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Nebenjob während der Ausbildung – was ist erlaubt?

Nov. 26, 2025 | Allgemein

Bild Tima Miroshnichenko / Pexel Lizenz

Viele Auszubildende überlegen sich, während der Ausbildung einen Nebenjob anzunehmen. Sei es, um das Taschengeld aufzubessern, Erfahrungen zu sammeln oder Kontakte zu knüpfen, ein Nebenjob kann viele Vorteile bringen. Doch was ist erlaubt und wie sieht es rein rechtlich aus? Muss mein Betrieb darüber informiert werden?

1. Die Ausbildung geht vor

Die wichtigste Regel lautet: Die Ausbildung hat Vorrang. Dein Nebenjob darf auf keinen Fall die Ausbildungszeit oder deine Leistungsfähigkeit im Betrieb beeinträchtigen. Prüfungen, Berufsschule und Projekte sollten immer an erster Stelle stehen. Wer den Nebenjob zu sehr in den Vordergrund stellt, riskiert, sich selbst und den Ausbildungsbetrieb zu belasten.

2. Gesetzliche Vorgaben beachten

Je nach Alter gelten unterschiedliche Regeln:

Azubis unter 18 Jahren: Es gelten die Regelungen nach dem Jugendarbeitsschutzgesetz. Es erlaubt maximal 8 Stunden Arbeit am Tag, 40 Stunden pro Woche und keine Arbeit zwischen 20 Uhr und 6 Uhr. Pausen und Freizeit müssen ausreichend berücksichtigt werden.

Volljährige Azubis: Grundsätzlich hast du mehr Flexibilität, aber die Arbeitszeiten dürfen die Ausbildung nicht gefährden oder sich überschneiden. Es ist also weiterhin wichtig, dass du dir genug Zeit für Berufsschule, Lernen, aber auch Erholung nimmst. Diese Grenzen gelten für alle Jobs zusammen, also Ausbildung und Nebenjob.
Wenn du z. B. in der Ausbildung 40 Stunden pro Woche arbeitest, darfst du im Nebenjob nur so viel arbeiten, dass du die gesetzlichen Grenzen nicht überschreitest. In der Praxis bleibt also meist nur Zeit für einen Minijob am Wochenende oder abends nach der Haupttätigkeit.

3. Genehmigung vom Ausbildungsbetrieb

In vielen Ausbildungsverträgen steht eine Klausel zu Nebentätigkeiten. Ein kurzes Gespräch mit dem Ausbilder ist daher sinnvoll. So zeigst du Verantwortung und vermeidest mögliche Konflikte von Anfang an.  Manche Betriebe haben feste Regeln oder möchten nur informiert werden, andere prüfen die Arbeitszeit genauer.

4. Tipps für einen erfolgreichen Nebenjob

Plane deine Arbeitszeiten so, dass genug Zeit für Schule, Betrieb und Erholung bleibt. Wähle einen Job, der dich nicht zu sehr körperlich oder mental belastet. Beispiele sind Nachhilfe geben, Social-Media-Management, Online-Umfragen oder kleine Freelance-Jobs im Internet. So verdienst du dir etwas dazu, ohne deine Gesundheit zu riskieren. Nutze den Nebenjob aber auch als Chance, praktische Erfahrungen zu sammeln, die dir später im Beruf helfen können.

5. Vorteile eines Nebenjobs

Neben dem zusätzlichen Einkommen kann ein Nebenjob helfen, Verantwortung zu lernen, den Umgang mit Kunden zu üben oder Teamarbeit zu erleben, ohne zu sehr unter dem Druck einer Ausbildung zu stehen. Viele Azubis entdecken so auch neue Interessen oder individuelle Fähigkeiten, die im späteren Beruf aber auch in der Ausbildung nützlich sein können.

Fazit: Ein Nebenjob während der Ausbildung ist möglich und kann viele Vorteile bieten, solange du die gesetzlichen Vorgaben einhältst, die Ausbildung nicht vernachlässigst und offen mit dem Betrieb kommunizierst. Verbieten kann ein Ausbildungsbetrieb einen Nebenjob grundsätzlich nicht, solange er nicht deine Ausbildung beeinträchtigt oder in einem Konkurrenzunternehmen stattfindet.  So kannst du Erfahrungen sammeln, Geld verdienen und gleichzeitig deine Ausbildung erfolgreich abschließen.

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