Grenzen und Gemeinsamkeiten in der Region
Neckar-Odenwald-Kreis und Main-Tauber-Kreis – das sind zwei benachbarte Landkreise, die eine „Region“ bilden? Nein und Ja. Aus administrativer Sicht sind es zwei Landkreise, die sich in zwei verschiedenen Regierungsbezirken befinden – der Neckar-Odenwald-Kreis im Regierungsbezirk Karlsruhe, der Main-Tauber-Kreis im Regierungsbezirk Stuttgart. Historisch gesehen waren allerdings große Teile der beiden Landkreise früher im Großherzogtum Baden vereint. Und heute eint beide Kreise auf alle Fälle ihre Lage an der Nordgrenze Baden-Württembergs zum Bundesland Bayern.
Bei der Einteilung der Raumordnungs- und Planungsregionen in Baden-Württemberg wurde der Neckar-Odenwald-Kreis der „Metropolregion RheinNeckar“ zugeordnet, zu der außerdem der Landkreis Rhein-Neckar, die Städte Mannheim und Heidelberg sowie elf weitere Landkreise und Städte in Rheinland-Pfalz und Hessen gehören.
Der Main-Tauber-Kreis wiederum kam zur „Region Heilbronn-Franken“, in der er mit dem Landkreis Heilbronn, der Stadt Heilbronn, dem Hohenlohekreis und dem Landkreis Schwäbisch Hall zusammengeschlossen ist. Die Unternehmen in beiden Landkreisen sind somit auch unterschiedlichen Industrie- und Handels- beziehungsweise Handwerkskammern zugeordnet – im einen Fall der IHK und der Handwerkskammer Rhein-Neckar und im anderen Fall der IHK und der Handwerkskammer Heilbronn-Franken.
Was steckt also dann hinter dem Begriff „Region Odenwald-Tauber“? Haben die Odenwälder und die Tauberfranken überhaupt etwas miteinander zu tun?
In der Vergangenheit vereint
In der Geschichte erstreckte sich rund 150 Jahre lang das Großherzogtum Baden beziehungsweise die spätere Republik Baden fast über das gesamte Gebiet der beiden heutigen Landkreise. Die äußeren Grenzen dieser ehemaligen Raumschaft gelten zum Teil heute noch in manchen Bereichen, etwa bei den Kirchen oder bei Sportverbänden. Viele Leute bezeichnen sich als „Badener“ oder „badische Franken“. In den Köpfen und auch in den Herzen der Menschen gibt es daher ein „Region-Gefühl“ über die heutigen Landkreisgrenzen von Main-Tauber- und Neckar-Odenwald-Kreis hinweg.
Aus historischer Sicht müsste die „gefühlte Region“ Odenwald-Tauber eigentlich eher nach Süden hin etwa in der Höhe der Stadt Bad Mergentheim und damit mitten im Main-Tauber-Kreis – ihre Grenze haben. Denn dort verlief bis Anfang der 1970er Jahre die Trennlinie zwischen den ehemaligen Landkreisen Tauber und Mergentheim, die damals auch unterschiedlichen Regierungsbezirken zugeordnet waren (nämlich „Nordbaden“ und „Nordwürttemberg“). Zwar gilt diese alte Grenze nach wie vor noch bei bestimmten Organisationen und Verbänden, doch gerade im Wirtschaftsleben haben die Tauberfranken und die Württemberger nach 50 Jahren Kreisreform längst zueinandergefunden.
Moderne Gemeinsamkeiten
Somit kann der gesamte Main-Tauber-Kreis zusammen mit dem Neckar-Odenwald-Kreis durchaus mit in die gedachte „Region Odenwald-Tauber“ einbezogen werden. Zumal der Main-Tauber-Kreis und der Neckar-Odenwald-Kreis gemeinsam an der (Nord-)Spitze Baden-Württembergs liegen und die Grenze zu den Bundesländern Hessen und Bayern bilden.
In wirtschaftlicher Hinsicht verbindet beide Landkreise noch etwas: Die Namen der hiesigen Firmen tauchen zwar kaum in den nationalen Wirtschaftsnachrichten auf, doch haben findige Unternehmer zusammen mit qualifizierten und motivierten Mitarbeitern in meist kleineren Nischen starke Marktpositionen aufgebaut. So weist die Region die fünfthöchste Dichte an Weltmarktführern in ganz Deutschland auf. Viele Produkte von hier – auch von Firmen ohne diese vom Umsatz abhängige Bezeichnung – gelten bei anderen Unternehmen und bei Kunden in Deutschland und der ganzen Welt einfach als „Top of the Tops“.



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„Weltmarktführer“
Wer oder was ist ein „Weltmarktführer?
Der Unternehmensberater und Buchautor Prof. Dr. Bernd Venohr definiert den Begriff wie folgt: Weltmarktführer ist, wer in seinem jeweiligen Marktsegment weltweit führend ist, das heißt gemessen an der Umsatzhöhe in diesem Segment zu den ersten drei Unternehmen gehört.
Diese Definition setzt die Spitzenposition eines Unternehmens in Bezug auf den Umsatz beziehungsweise die abgesetzte Produktmenge. Zusätzlich sind aber auch noch qualitative Kriterien zu berücksichtigen, die die quantitativen Merkmale untermauern.
Quelle: Wirtschaftsregion Heilbronn-Franken GmbH.

