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Steuererklärung für Azubis – lohnt sich das wirklich?

Juli 13, 2026 | Allgemein

Viele Auszubildende fragen sich früher oder später, ob sich eine Steuererklärung überhaupt lohnt. Schließlich ist das Einkommen während der Ausbildung meist eher gering, und viele gehen davon aus, dass sie ohnehin keine Steuern zahlen.

Tatsächlich ist die Steuererklärung für Azubis in vielen Fällen freiwillig. Das bedeutet: Du musst sie nicht zwingend abgeben, kannst es aber tun, um dir möglicherweise Geld zurückzuholen. Genau hier liegt der entscheidende Punkt, denn auch wenn keine Pflicht besteht, lohnt sich die Abgabe häufig finanziell.

Der Grund dafür ist, dass während des Jahres oft mehr Steuern einbehalten werden, als am Ende tatsächlich nötig wären. Das passiert zum Beispiel dann, wenn dein Gehalt schwankt oder du nicht das ganze Jahr übergearbeitet hast. In solchen Fällen berechnet das Finanzamt nachträglich, wie viel Steuer du wirklich hättest zahlen müssen. Die Differenz bekommst du zurück. Selbst bei vergleichsweise kleinen Ausbildungsgehältern kann so schnell eine Rückzahlung von einigen hundert Euro entstehen.

Hinzu kommt, dass viele Ausgaben, die im Zusammenhang mit der Ausbildung stehen, steuerlich berücksichtigt werden können. Dazu gehören etwa Fahrtkosten zur Berufsschule oder zum Betrieb, Ausgaben für Fachliteratur, Arbeitsmittel wie ein Laptop oder auch Prüfungsgebühren. Diese sogenannten Werbungskosten beziehungsweise Sonderausgaben senken dein zu versteuerndes Einkommen. Dadurch steigt wiederum die Wahrscheinlichkeit, dass du Geld zurückerstattet bekommst. Gerade Fahrtkosten werden häufig unterschätzt, können sich aber über ein ganzes Jahr hinweg deutlich summieren.

Ein wichtiger Unterschied besteht außerdem darin, ob es sich um deine erste oder bereits um eine zweite Ausbildung handelt. Bei der ersten Ausbildung werden viele Kosten nur als Sonderausgaben anerkannt und sind in ihrer Höhe begrenzt. Anders sieht es bei einer zweiten Ausbildung aus, etwa wenn du nach einer abgeschlossenen Lehre noch eine weitere Qualifikation machst. In diesem Fall gelten die Ausgaben als Werbungskosten und können unbegrenzt abgesetzt werden. Das eröffnet zusätzlich die Möglichkeit eines sogenannten Verlustvortrags, bei dem Verluste in spätere Jahre übertragen werden, in denen du mehr verdienst. Dadurch kann sich die Steuererklärung langfristig besonders stark auszahlen.

Der Aufwand für eine Steuererklärung ist heutzutage deutlich geringer, als viele denken. Mit moderner Steuersoftware oder entsprechenden Apps lässt sich die Erklärung oft innerhalb kurzer Zeit erledigen, da man Schritt für Schritt durch den Prozess geführt wird. Außerdem hast du ausreichend Zeit, denn eine freiwillige Steuererklärung kann bis zu vier Jahre rückwirkend abgegeben werden. Das bedeutet, dass du selbst dann noch Geld zurückholen kannst, wenn du dich bisher noch nie damit beschäftigt hast.

Insgesamt lässt sich sagen, dass die Steuererklärung für Azubis in den meisten Fällen sinnvoll ist. Das Risiko ist gering, da du in der Regel nichts nachzahlen musst, wenn du nicht verpflichtet bist. Gleichzeitig besteht aber eine gute Chance, Geld zurückzubekommen. Wer sich also ein wenig Zeit nimmt und seine Ausgaben zusammenträgt, kann sich mit vergleichsweise wenig Aufwand einen finanziellen Vorteil sichern.

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