Benedikt Heintz ist mit 20 Jahren bereits Fahrlehrer für die Klassen B und BE.
Von Sabine Holroyd
Die Tauberbischofsheimer Fahrschule „Fit For Drive“ hat „Nachwuchs“ bekommen – und das sogar aus den „eigenen Reihen“: Benedikt Heintz ist seit kurzem als Fahrlehrer in das elterliche Unternehmen eingestiegen. Mit seinen 20 Jahren gehört er damit zu den jüngsten Fahrlehrern Deutschlands – möglicherweise ist er aktuell sogar der allerjüngste.
Schon im Kindersitz „Fahrlehrer-Qualitäten“
Dass ihr Sohn einmal diesen Weg einschlagen würde, kam für seine Eltern nicht wirklich überraschend: „Früher hat er schon von seinem Kindersitz aus Kritik geübt – zum Beispiel, wenn er der Meinung war, dass sein Vater zu schnell fährt“, erinnert sich Elke Heintz lachend im Gespräch mit dieser Zeitung. Christoph Heintz weiß noch, dass sein Filius schon immer Interesse an allem hatte, „was Räder hat und rollt“.
Dementsprechend geradlinig war dann auch Benedikt Heintz` bisherige Laufbahn. Nach seinem Schulabschluss machte er eine Lehre zum Straßenbauer und absolvierte die Ausbildung zum Fahrlehrer der Klasse B (Pkw) und BE (Pkw mit Anhänger). Seinen Führerschein erwarb er im Rahmen des begleiteten Fahrens mit 17 Jahren. Wenn der Fahrlehrer auch der eigene Vater ist, entbehrt das Ganze natürlich nicht einer gewissen „Brisanz“. „Am entspanntesten war es immer mit meiner Oma als Beifahrerin“, gibt Benedikt zu.
Elke Heintz jetzt mit zwei Fahrlehrern unterwegs
Für seine Mutter Elke hat sich die bisherige Situation durch Benedikts Berufswahl nochmals „verschärft“: „Wenn ich früher meinen Mann im Auto mitnahm, hatte ich automatisch ja immer einen Fahrlehrer dabei. Fährt mein Sohn jetzt auch noch mit, sind es gleich zwei“, erklärt sie und lacht. Benedikt räumt ein, dass er als Beifahrer seiner Freunde jedoch stets versuche, ihnen nicht „reinzureden“. Aber das Schweigen falle ihm nicht immer leicht: „Das ist manchmal schon auch eine gewisse Challenge“.
Seine Jugend helfe ihm in seinem Berufsalltag, sich gut in seine meist jungen „Klienten“ hineinversetzen zu können, findet er. Die meisten gehen schließlich noch zur Schule oder befinden sich gerade in einer Ausbildung. Diese Doppelbelastung kennt er selbst allzu gut.
Um mit seinen 20 Jahren bereits Fahrlehrer für die Klassen B und BE sein zu dürfen, musste Benedikt Heintz wahlweise das Abitur oder eine abgeschlossene Berufsausbildung sowie eine Sondergenehmigung der Führerscheinstelle vorweisen. Und das bewältigte er in einem Tempo, mit dem er als Autofahrer möglicherweise geblitzt werden würde.
Ende August 2024 schloss er seine Ausbildung zum Straßenbauer, die ihm übrigens „richtig Spaß“ machte, ab. Bereits am 11. November begann der Unterricht an einer Fahrlehrer-Fachschule in Stuttgart. Nach den praktischen, schriftlichen und mündlichen Prüfungen schloss sich ein Praktikum bis Mitte Januar dieses Jahres an, das er ganz bewusst nicht in der elterlichen Fahrschule absolvierte. Für die Sondergenehmigung der Führerscheinstelle musste Benedikt auch den Nachweis einer medizinisch-psychologischen Untersuchung (MPU) vorlegen.
Als Nächstes kommt der Lkw-Führerschein
Am 3. April wird Deutschlands wahrscheinlich jüngster Fahrlehrer 21. Momentan büffelt Benedikt für seinen eigenen Lkw-Führerschein, um dann auch bald die Ausbildung zum Lkw-Fahrlehrer absolvieren zu dürfen. Außerdem will er sich später noch zum Motorrad- und Busfahrlehrer ausbilden lassen.
So früh, wie sein Berufswunsch für ihn feststand, wusste der junge Mann auch schnell, dass er nicht in der Großstadt Stuttgart bleiben, sondern wieder nach Hause zurückkehren möchte: „Ich bin ein Landei. Hier fühle ich mich wohl.“ Seine Eltern freut‘s: Gedanken, wie es einmal mit ihrer Fahrschule weitergehen soll, brauchen sie sich keine zu machen.












