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Einzelhandel in Buchen ist ein Kundenmagnet

Juli 16, 2026 | Allgemein

Mit Aktionen wie der „Aktivnacht“ locken Einzelhändler Besucher in die Buchener Altstadt. © Martin Bernhard
Die IHK Rhein-Neckar bescheinigt Buchen und Mosbach eine hohe Zentralitätsfunktion. Auch Walldürn erfüllt eine wichtige Versorgungsfunktion.

Von Martin Bernhard

Der Einzelhandel im Neckar-Odenwald-Kreis bleibt stark von der Nahversorgung geprägt. Das zeigt die aktuelle Kaufkraftanalyse der IHK Rhein-Neckar. Während die Mittelzentren Mosbach und Buchen Kaufkraft aus ihrem Umland anziehen, gelingt das den Unterzentren Adelsheim, Hardheim, Osterburken und Walldürn weniger. Insgesamt fließt weiterhin ein erheblicher Teil der im Kreis vorhandenen Kaufkraft an andere Standorte ab.

Für den gesamten Neckar-Odenwald-Kreis weist die Analyse eine allgemeine Kaufkraft von 30.979 Euro je Einwohner aus. Die einzelhandelsrelevante Kaufkraft, also der Betrag, der für Einkäufe im Einzelhandel zur Verfügung steht, liegt bei 7.947 Euro pro Kopf. Dem steht jedoch nur ein stationärer Einzelhandelsumsatz von 5.409 Euro je Einwohner gegenüber. Die Folge: Die Kaufkraftbindungsquote beträgt kreisweit nur 68 Prozent.

Hohe Bedeutung des stationären Einzelhandels

„Im Neckar-Odenwald-Kreis fließt mit einer Kaufkraftbindungsquote von 68 Prozent ein großer Teil der verfügbaren Kaufkraft an andere regionale oder überregionale Standorte ab“, bewertet die IHK Rhein-Neckar in einer Mitteilung das Ergebnis ihrer Studie. Hervorzuheben sei der unterdurchschnittliche Online-Anteil an der einzelhandelsrelevanten Kaufkraft von zwölf Prozent, der die vergleichsweise hohe Bedeutung des stationären Einzelhandels im ländlichen Raum unterstreiche.

Gerade im Vergleich zum verdichteten Rhein-Neckar-Kreis wird sichtbar, dass der Neckar-Odenwald-Kreis andere Strukturen hat. Große Einkaufsmagnete sind selten, die Wege weiter, die Nahversorgung wichtiger. „Das Profil des Einzelhandels im Neckar-Odenwald-Kreis mit seinen lediglich zwei Mittelzentren ist stark von der Nahversorgung geprägt. Das erklärt, gerade im Vergleich zum Rhein-Neckar-Kreis, die geringe Kaufkraftbindungsquote“, teilt die IHK mit.

Innerhalb des Kreises stechen vor allem Mosbach und Buchen hervor. Mosbach erreicht gemäß der Analyse einen Einzelhandelsumsatz von 10.280 Euro je Einwohner und eine Kaufkraftbindungsquote von 133 Prozent. Damit wird dort deutlich mehr Umsatz erzielt, als allein aus der Kaufkraft der eigenen Bevölkerung zu erwarten wäre. Mosbach gehört sogar zu den stärksten Standorten im gesamten IHK-Bezirk: Hinter Schwetzingen und Walldorf weist die Kreisstadt die dritthöchste Kaufkraftbindung aller zentralen Orte der Region auf. Zudem ist Mosbach im Neckar-Odenwald-Kreis die einzige Kommune mit einem fünfstelligen Einzelhandelsumsatz pro Einwohner.

Buchen ist ebenfalls ein starker Einkaufsstandort. Die Stadt kommt auf 31.721 Euro allgemeine Kaufkraft je Einwohner, 8.055 Euro einzelhandelsrelevante Kaufkraft, 9.133 Euro Einzelhandelsumsatz und eine Kaufkraftbindungsquote von 113 Prozent. Auch Buchen zieht also Kaufkraft von außen an, wenn auch nicht im selben Maß wie Mosbach. Buchen verfügt pro Kopf sogar über eine höhere Kaufkraft als Mosbach, doch bei Umsatz und Anziehungskraft auf Kunden aus dem Umland liegt Mosbach vorn.

Deutlich schwächer fällt das Bild in den Unterzentren aus. Walldürn schneidet dabei noch am besten ab. Die Stadt erreicht 30.189 Euro allgemeine Kaufkraft je Einwohner, 7.832 Euro einzelhandelsrelevante Kaufkraft, 6.391 Euro Umsatz und eine Kaufkraftbindungsquote von 82 Prozent. Walldürn bleibt damit zwar unter der Marke von 100 Prozent, erfüllt aber weiterhin eine wichtige Versorgungsfunktion für sein Umfeld.

Anders sieht es in Osterburken aus. Dort weist die Analyse 30.101 Euro allgemeine Kaufkraft je Einwohner, 7.824 Euro einzelhandelsrelevante Kaufkraft und nur 4.961 Euro Einzelhandelsumsatz aus. Die Kaufkraftbindungsquote liegt bei 63 Prozent. Ein erheblicher Teil der Kaufkraft fließt also an andere Standorte ab.

Noch schwächer sind die Werte in Adelsheim und Hardheim. Adelsheim kommt auf 29.144 Euro allgemeine Kaufkraft je Einwohner, 7.645 Euro einzelhandelsrelevante Kaufkraft und 4.632 Euro Einzelhandelsumsatz. Die Kaufkraftbindungsquote liegt bei 61 Prozent. Hardheim erreicht 30.514 Euro allgemeine Kaufkraft, 7.890 Euro einzelhandelsrelevante Kaufkraft und lediglich 4.247 Euro Umsatz je Einwohner. Die Kaufkraftbindungsquote von 54 Prozent ist die niedrigste unter den betrachteten Orten.

Walldürn hat hohe Relevanz für Nahversorgung

Die IHK hebt dennoch hervor, dass neben Mosbach und Buchen weitere Orte für die Versorgung im ländlichen Raum bedeutsam bleiben: „Wichtige Einzelhandelsstandorte mit überdurchschnittlicher Kaufkraftbindung und hoher Relevanz für die Nahversorgung sind Mosbach, Buchen, Aglasterhausen, Walldürn sowie im Grenzgebiet beider Kreise die Stadt Eberbach.“

Zentrale Daten aus der Studie der IHK Rhein-Neckar.

Zusammengefasst zeigt die Analyse ein klares Bild: Im Neckar-Odenwald-Kreis konzentriert sich die Einzelhandelsstärke auf wenige Standorte. Mosbach ist der mit Abstand stärkste Anziehungspunkt, Buchen behauptet sich ebenfalls klar. Walldürn bleibt ein solides Unterzentrum. Adelsheim, Hardheim und Osterburken dagegen können einen großen Teil der örtlichen Kaufkraft nicht vor Ort halten.

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